Polio

Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist eine hauptsächlich Kleinkinder Viruskrankheit, die oft mit vorübergehenden oder bleibenden Lähmungen verbunden sein kann. In den entwickelten Ländern ist die Kinderlähmung dank der Durchimpfung selten geworden. Dagegen weiss man heute, dass sich Jahre und Jahrzehnte nach der Akuterkrankung Spätfolgen bemerkbar machen, die als Post-Polio Syndrom (PPS) bezeichnet werden.

Von einem PPS spricht man, wenn sich mindestens 15 Jahre nach der Akuterkrankung an Kinderlähmung - meist mit deutlich nachgewiesenen Lähmungen - bestimmte Erscheinungen einstellen, wofür nicht andere medizinische Erklärungen gefunden werden können. Hauptmerkmale solcher Erscheinungen sind Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit, Minderbelastbarkeit, Kreislauf-Regulationsstörung, Temperaturempfindlichkeit, Atemfunktionsstörung.

1954 entwickelte der 38-jährige Bakteriologe und Serologe Jonas Edward Salk am Kinderkrankenhaus in Boston einen Impfstoff gegen Kinderlähmung. Durch die Injektion toter Poliomyelitis-Viren eines bestimmten Typs wurde eine aktive Immunisierung bewirkt. Bereits 1947 war es Salk gelungen, den Polio-Virus zu isolieren, eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Serums. Danach züchtete Salk gemeinsam mit Kollegen künstlich Polioviren zur Herstellung des Impfstoffes.

Nachdem 1954 erfolgreich erste Versuchsimpfungen durchgeführt worden waren, wurde das Serum 1955 freigegeben und landesweit Schutzimpfungen an Schulen durchgeführt. Bereits ein Jahr später gab es eine weitere Verbesserung: Der amerikanische Bakteriologe Albert Sabin hatte seit 1953 ein von ihm entwickeltes Serum aus lebenden, abgeschwächten Polio-Viren erprobt. Ab 1956 verdrängte die Schluckimpfung (Sabin-lmpfung) die injizierte Salk-Impfung. Heute zählt die Schluckimpfung zur Routinevorsorgemassnahme in allen Ländern.

Infos: www.polio.ch - und - www.polio.sh